3 Dinge, die jeder erfolgreiche Klavierspieler TÄGLICH macht


Was machen Profi-Pianisten anders als du? Neben der Zeit, die sie für das Üben aufbringen, ist es insbesondere die Art und Weise, wie sie die Tasten streicheln.

In diesem Beitrag zeige ich dir drei simple Dinge, die alle erfolgreichen Pianisten machen (ob bewusst oder unbewusst).

Die gute Nachricht: Du kannst sie auch machen. Und du brauchst dafür nicht mal viel Zeit.

Die schlechte Nachricht: Die meisten Hobbypianisten kennen diese drei Dinge nicht. Oder sie ignorieren sie. Das Ergebnis? Sie treten auf der Stelle, verschwenden ihre wertvolle Übungszeit und fragen sich, warum die Fortschritte ausbleiben.

1. Dein tägliches Zeitunglesen am Klavier

Stell dir vor, du gehst an die Uni, kannst aber nicht lesen.

Klingt absurd, oder?

Und du würdest dir irgendwie fehl am Platz vorkommen, oder?

Genau so absurd ist es, wenn du Klavier spielen willst, aber nicht vom Blatt spielen kannst. Blattspiel ist wie das tägliche Zeitunglesen für Pianisten.

Es trainiert dein Gehirn, Noten schneller zu erfassen, das Gelesene direkt umzusetzen und musikalische Zusammenhänge blitzschnell zu verstehen.

Ich kenne einen Musiker, der drei Kinder großgezogen hat – alle drei sind professionelle Musiker geworden. Sein Geheimnis?

Eine eiserne Regel: Jeden Tag vom Blatt spielen. (Damit ist natürlich das Prima Vista Spiel gemeint) Egal was passiert, egal wie wenig Zeit da war – diese 2-10 Minuten waren Pflicht.

Und genau das solltest du auch machen.

So gehst du vor:

Nimm dir bei jeder Übungseinheit mindestens 5, besser 10 Minuten Zeit fürs Blattspiel. Such dir Stücke, die etwas leichter sind als das, was du sonst spielst, aber nicht zu leicht. Du solltest es einigermaßen gut vom Blatt spielen können, aber es sollte dich auch fordern.

Wo bekommst du Noten her?

 
  • Bei Musescore gibt es jede Menge kostenloser Noten
  • Such dir leichte Arrangements von bekannten Stücken raus
  • Stöbere in Antiquariaten oder auf eBay nach günstigen Notenheften
  • Kauf dir Sammlungen mit leichten Stücken verschiedener Komponisten
Aber Beat, ich bin eine Niete im Notenlesen und Blattspielen erst Recht!
 
Dann wird’s Zeit, dass du besser wirst.

Ich war jahrelang katastrophal im Blattspiel. Wirklich miserabel. Aber weißt du, was mich besser gemacht hat? Nur das regelmäßige Üben. Jeden. Einzelnen. Tag.

Mein Vater hat mich regelrecht zum Zählen getrimmt. Beim vierhändigen Klavierspiel, das wir viel gemacht haben, bin ich monatelang immer nach zwei Takten rausgeflogen.

Bis es irgendwann besser wurde.

Es wird auch bei dir besser werden. Aber nur, wenn du dranbleibst.

3 Dinge, die jeder erfolgreiche Klavierspieler TÄGLICH macht

2. Repertoirearbeit dein Weg zum Angeber-Stück

Blattspielen ist super. Aber du willst ja nicht nur auf Anhieb ein Stück zu 70 % richtig spielen können, sondern auch mal den Weg zu den 95 oder 100 % antreten, oder?

Du willst ein Stück beherrschen, das du vorträgst und damit nicht nur dich selbst, sondern auch deine Zuhörer begeisterst.

Genau dafür ist regelmäßige gezielte Arbeit an deinem Repertoire notwendig. Such dir ein Stück aus, das du wirklich meistern möchtest.

Arbeite an den schwierigen Stellen, übe penibel und du wirst jeden Tag ein bisschen besser.

Zur Repertoirearbeit gehört auch das Auffrischen von „alten“ Stücken, die du früher einmal gelernt hast.

Denn ansonsten verstauben diese immer mehr und irgendwann kannst du nicht mal mehr die ersten 5 Takte halbwegs richtig wiedergeben.

Der Trick: Kleine Schritte, große Wirkung

Wenn du jeden Tag nur 2-4% von einem Stück lernst, hast du es nach einem Monat komplett drauf. Klingt wenig? Ist es aber nicht. Es ist der Unterschied zwischen „Ich übe seit Monaten daran“ und „Ich kann es jetzt spielen“.

So lernst du effektiv:

  1. Zerlege das Stück – Such dir die schwierigen Stellen raus
  2. Übe langsam – Die meisten üben viel zu schnell
  3. Hände getrennt – Erst links, dann rechts, dann zusammen
  4. Fokussiere dich auf Problemstellen – Hör auf, das Stück von vorne bis hinten durchzuspielen

Ich habe jahrelang falsch geübt. Meine Mutter saß im Wohnzimmer und sagte: „Noch 10 Mal durchspielen“. Was zur Folge hatte, dass ich den Anfang perfekt konnte und über schwierige Stellen immer drübergehuscht bin.

Mach nicht den gleichen Fehler.

Nimm dir die schwierigen Stellen vor. Übe sie langsam. Übe sie konsequent. Und du wirst Fortschritte sehen.

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3. Löse dich von den Noten

Jetzt kommt das Element, das die allermeisten vernachlässigen.

Und das ist ein riesiger Fehler.

Denn kreatives Spielen ist der Schlüssel zu deiner gesamten musikalischen Entwicklung. Hier geht’s darum, dass du dich von den Noten löst und deiner musikalischen Intuition folgst.

Was bedeutet kreatives Spielen?

 
  • Improvisation: Nimm die Mondscheinsonate und improvisiere ein bisschen darüber. Such dir drei Akkorde aus und improvisiere eine Melodie dazu.
  • Nach Gehör spielen: Du hörst einen Song im Radio? Versuch ihn zu spielen.
  • Experimentieren: Spiel Für Elise mal zwei Oktaven weiter oben. Oder ganz tief. Oder tausch die Hände. Oder probiere eine andere Tonart.

Klingt komisch? Ist es auch. Aber genau darum geht’s.

 

Du vertiefst dein musikalisches Verständnis, verbesserst dein Gehör und lernst, wie Musik wirklich funktioniert. Du hörst nicht immer nur, wie du es schon tausendmal gehört hast, sondern du bestreitest neue Wege.

Probier’s aus:

Spiel ein Stück mal eine Oktave höher – klingt wie eine Spieluhr. Oder experimentiere mit Akkorden. Spiel einfach drauflos. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch. Du schulst dein Gehör und entwickelst ein Gefühl dafür, was gut klingt.

Und das Beste: Es macht unglaublich viel Spaß.

Mit der Zeit wirst du immer besser im freien Spielen und entwickelst ein feines Gespür für Musik.

Jetzt bist du dran

Du hast jetzt die drei Elemente, die jeden erfolgreichen Pianisten ausmachen.

Die Frage ist: Setzt du sie um?

Fang heute an. Nimm dir 30 Minuten Zeit und probiere diese Struktur aus. Du wirst merken, wie anders sich deine Übungszeit anfühlt. Wie viel produktiver du bist. Und wie viel mehr Spaß es macht.

Viel Freude beim Üben!


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